
Autor | Jody Gehrman |
Titel | Babe in Boyland |
Verlag | Dial |
Publikationsdatum | 17. Februar 2011 |
Seitenzahl | 304 |
ISBN | 978-0-803-73274-2 |
Inhalt
Natalie ist Dr. Aphrodite, die Beziehungskolumnistin ihrer Schülerzeitung, doch ihre Tipps sind so gar nicht hilfreich. Nachdem sich fast die gesamte Schule über sie lustig macht beschließt sie, sich als Junge verkleidet in die nahegelegene Jungsschule Underwood Academy einzuschleußen um dort vor Ort und verdeckt die wahren Gedanken und Gründe für die Handlungen der Jungs herauszufinden.
Rezension
Die besten Bücher sind meiner Meinung nach die, die man nicht oder nur seeeeeeehr schwer zur Seite legen kann. Die Bücher, die man verschlingt und die einfach viel zu schnell beendet sind. Babe in Boyland ist genau so ein Buch. Ich habe es innerhalb von knapp 2 mit vielen anderen Dingen gefüllten Tagen gelesen und habe dabei doch die ein oder andere Stunde Schlaf verloren.
Im Prinzip gab es das Thema schon in den verschiedensten Ausführungen sowohl in Buchform (eines der bekanntesten Beispiele ist wohl William Shakespeare's Twelfth Night) als auch im Film (She's The Man mit Amanda Bynes und Channing Tatum), aber Jody Gehrman hat es trotz allem geschafft, die "Mädchen verkleidet sich als Junge und lernt Jungen kennen"-Geschichte neu und interessant zu verpacken.
Vor allem hat mir die Entwicklung, die Natalie durchmacht sehr gut gefallen. Man konnte vor allem im letzten Drittel einen doch schon beachtlichen Unterschied erkennen zwischen der Nathalie vor und zu Beginn der "verdeckten Ermittlung" als Nat und der Natalie zum Ende hin. Ich finde gerade solche Entwicklungen, wenn sie gut vermittelt werden und nicht aufgesetzt erscheinen wunderschön. Und zudem kann man als Leser unter Umständen noch etwas an Erfahrung mitnehmen, denn schließlich sind die Kommunikationsprobleme zwischen Männern und Frauen auch heute immer noch vorhanden.
Doch nicht nur Natalie, auch ihre Freundinnen und ihre Schulkameraden auf der Underwood Academy sind wunderbare und vielschichtige Charaktere, die man leicht auseinander halten kann. Da sind die leicht verrückten "Geeks" Max, Tyler und Earl, sowie Nat's Mitbewohner Emilio. Max, Tyler und Earl ist es bewusst, dass sie nicht die beliebtesten Jungs sind, doch dies macht ihnen nur zum Teil etwas aus. Sie haben sich nicht nur mit ihrer Situation arrangiert, sie sehen auch, dass mit ihrer Freundschaft etwas Wichtiges haben. Emilio ist nicht unbedingt ein Außenseiter, aber er gibt selbst offen zu, dass er auf der Underwood Academy keine wirklich engen Freunde hat, was sicher zum Teil auch zu seiner etwas verschlosseneren Haltung zu Beginn beiträgt.
Und Natalies Freundinnen sind einmalig. Die drei Mädels sind seit Jahren befreundet, gehen durch dick und dünn, auch wenn sie sich ab und an mal streiten, und kennen einander wirklich gut. Als Natalies Beschluss steht, als Junge verkleidet auf die Underwood Academy zu gehen, sind ihre Freundinnen Chloe und Darcy für sie da und helfen ihr bei dem ganzen Prozess.
Kurzum - das Buch verdient seine 5 Sternchen definitiv und landet jetzt schon auf meiner Best of-Liste von 2011.
Kleine Erinnerung: Denkt an die Gewinnspiel-Challenge, bei der ihr Oliver Grützners Der Welt gebrochenes Herz gewinnen könnt!